Sicherheit am Berg: Diese Grundregeln sollte jeder kennen!


Die absolute Schneegarantie kann kein Hotelanbieter der Welt geben. Die weiße Pracht ist vergänglich und orientiert sich auch nicht an den Wintermonaten. Immer öfter passiert es, dass die gebuchte Skiwoche im Dezember storniert werden muss, weil die Skilage kein Abfahren bis ins Tal zulässt, wohingegen im Februar und März die Touristiker von einem Jahrhundertwinter sprechen, weil man im Schnee versinkt. Wer allerdings seinen Urlaub überlegt plant, dem ist tägliches Skivergnügen sicher!

Wenn man (eventuell nach langer Anfahrt) endlich im lang herbeigesehnten Skiurlaub ist, möchte man jeden Tag am Berg auch in vollen Zügen genießen können. Um den Tag mit viel Power im Schnee beginnen zu können, sollten vorher alle Speicher aufgeladen werden. Dazu gehört ein ausgiebiges Frühstück am Buffet im Hotel. Zu Mittag wärmt eine Suppe oder ein heißer Tee den eingefrorenen Körper. Besser Finger weg von üppigen Schlemmergerichten zu Mittags: Sie belasten unnötig den Organismus, wenn man nachmittags wieder fit auf die Piste starten will.

Eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Skiausrüstung, beim lokalen Shop gekauft oder bei der Skischule ausgeliehen, sichert schmerzfreies und bequemes Skifahren über mehrere Stunden.

Gefahr nicht unterschätzen, sich selbst nicht überschätzen

Skifahren ist Sport und Sport ist anstrengend. Unterschätzen Sie nie die Anforderungen des Skifahrens an den Körper. Wer Skitouren geht, weiß genau, wie man sich optimal beim Aufstieg und später bei der Abfahrt kleidet. Aber auch Pistenskifahrer sind gut beraten, sich nach dem „Zwiebelprinzip“ zu kleiden, d.h. Schicht für Schicht. Wird es warm, kann man eine Schicht ausziehen, die unterste Schicht sollte immer ein schweißabsorbierendes, atmungsaktives Shirt sein. Für Tourengeher wichtig: Das LVS-Gerät, der sprichwörtlche Lawinenpiepser, wird direkt über der letzten Kleidungsschicht getragen. So muss man beim An- und Ausziehen von anderen Kleidungsstücken nicht auch immer das lebensrettende LVS-Gerät vom Körper nehmen.

Wer völliger Neuling auf Ski ist, findet über das Hotel sicherlich auch eine gute Skischule, die Anfänger-, aber auch Fortgeschrittenenkurse anbietet. Auch Tourengeher holen sich dort wertvolle Tourentipps vom Insider. Wer anspruchsvolle Touren und höhere Gipfel ersteigen möchte, bucht sich am besten einen ortskundigen Bergführer.

Wenn der Skiurlaub umsichtig und den eigenen Fähigkeiten entsprechend gebucht wurde, ist mit Sicherheit viel Spaß und Freude garantiert. Und damit das auch während des Skifahrens lange so bleibt, sollte man sich an gewisse Regeln am Berg halten. Schließlich ist man meistens nicht alleine unterwegs und ein faires und sicheres Miteinander am Berg sollte selbstverständlich sein.

Gefahren beim Skifahren (Lawinenschild)

Für ein faires und sicheres Miteinander am Berg

Um unfallfrei und sicher jeden Skitag auf der Piste oder im Gelände nutzen zu können, beachten Sie unbedingt folgende Punkte:

  1. Halten Sie sich beim Befahren von gesicherten Skipisten an die FIS-Regeln für Ski- und Snowboarder. Sie garantieren ein unfallfreies und kooperatives Miteinander auf den Pisten.
  2. Wer Freerider oder Variantenfahrer ist und das Powdern im Gelände off-Piste liebt, tut gut daran, sich an die Empfehlungen der Lawinenkommission im täglich aktualisierten Lawinenlagebericht zu halten. Denn trotz traumhafter Sicht am Berg und kaum Wind, können die Schneeverhältnisse trügen und kann z.B. in Mulden mit Triebschneeansammlungen die Lawinengefahr dennoch sehr hoch sein. Gerade in Skigebieten mit beliebten Varianten für Freeridern sollte man nicht nur auf die eigene Gefährdung durch Lawinen achten, sondern auch auf Fremdgefährdung, z.B. wenn ausgelöste Lawinen unbeteiligte Personen verschütten.
  3. Tourengeher oder Freerider müssen unbedingt eine vollständige Lawinenausrüstung bei sich tragen. Die Lawinenausrüstung umfasst das Lawinenverschüttetensuchgerät, meist nur LVS-Gerät oder „Pieps“ genannt, eine Sonde zum Sondieren des Verschütteten im Falle einer Lawinenverschüttung und eine stabile Schaufel zum Ausschaufeln des Verschütteten.
  4. Immer beliebter und von nahezu allen professionellen Freeridern getragen wird der Lawinenrucksack. Diese Sicherheitsausrüstung soll das Verschütten durch die Schneemaßen im Falle einer Lawine verhindern. Die Airbags, die seitlich am Rucksack nach dem Auslösen aufgeblasen werden, bilden eine auf der Lawine schwimmende Oberfläche.
  5. Kurz vor dem Gipfel dreht keiner gern um. Deshalb hilft eine gesunde Selbsteinschätzung des eigenen Könnens und der Kondition. Wer von 9 bis Liftschluss um 16.30 oder 17.00 Uhr auf den Ski unterwegs sein möchte, benötigt eine ordentliche Portion an Kraftausdauer und Koordination. Nicht wenige Unfälle passieren nachmittags, wenn die Kräfte und die Konzentration langsam nachlassen und die üppige Mittagspause auf der Alm zudem müde macht. Aber auch auf Skitour sollte die Auswahl der Tour an die Kondition aller Teilnehmer angepasst werden. Einem Tourenanfänger sind wahrscheinlich 800 hm schon zu viel. Wer im Jänner bereits 30 Touren hinter sich hat, kann sich guten Gewissens an eine längere Tagestour oder sogar an eine Mehrtagestour wagen.